Stadtteilporträt HafenCity.
Die HafenCity - Hamburgs visionäres Viertel.
Rechts begrünte Balkone mit Sonnenschirmen, links flanierende Menschen auf einer von Bäumen gesäumten Uferpromenade. In der Mitte Buden, Markisen, Gedränge auf alten Brücken und Pontons. Da liegt der alte Senatsdampfer "Schaarhörn". Die Rennyacht "Artemis". Der Lotsenschoner "Elbe No. 5". Möwen kreischen. Schiffe tuten. Im Hintergrund funkelt der gläserne Aufbau der Elbphilharmonie in der Sonne und ab und zu passiert in der Ferne ein Kreuzfahrtschiff die Szenerie.
Die ersten Bewohner kamen 2004. Ende 2007 waren es schon 800 und mittlerweile sind hier mehr als 1.500 Menschen zuhause. Wenn man mit ihnen redet, bekommt man das Gefühl, dass dieses Quartier alles andere als ein versnobtes Wohntrauma aus der Retorte ist. Die Kombination aus Wasser und urbanem Leben ist einzigartig. Vom Ufer bis zur Mönckebergstraße sind es knapp zehn Minuten zu Fuß.
Michael Klessmann sitzt vor dem Bistro "Kaiserperle", schaut auf den Grasbrookhafen, gegenüber liegen die Marco-Polo-Terrassen, ein einsames Pärchen sieht sich dort in die Augen.
Es dämmert, die Elbe plätschert gegen den Kai, und Klessmann antwortet auf die Frage, warum er mit seiner Frau in ein Haus am Kaiserkai gezogen ist: "Wir sind Wassermenschen." Und dann schwärmt der IT-Experte über die Flut im November 2007 wie andere Leute über ein schönes Urlaubserlebnis. Zugegeben, sagt Klessmann, das sei Geschmackssache. "Doch ich kenne niemanden, der hier nicht wohnen möchte."
Thomas und Sabine Magold zogen am 1. Mai 2008 am Kaiserkai 56 ein, ihre Wohnung erstreckt sich über drei Etagen. Wer bei ihnen in der Küche sitzt, bekommt eine Ahnung davon, was die Menschen hierher zieht. Durch das deckenhohe Panoramafenster sieht man den Sandtorhafen, dahinter die Speicherstadt, die Kirchturmspitze von St. Katharinen, die Blohm+Voss-Werft auf der Elbe und die Landungsbrücken. Weiter hinten Containerterminal, Raffinerie, Brachland. Die Dachterrasse, 200 Quadratmeter groß, liegt nur etwa 100 Meter vom Kaispeicher A entfernt, dem Fundament für die Elbphilharmonie. Wasser, wohin man blickt. Herr Magold sagt: "Mehr Hamburg geht nicht."
Quelle: MERIAN Reiseführer Hamburg








