Stadtteilporträt Elbe.
Hamburg – Stadt an der Elbe
Manchmal ist die Elbe weit wie ein vom Sonnenaufgang besänftigtes Meer. Ein beständiges, beinahe unterschiedsloses Rauschen umgibt einen, wenn man die Augen schließt. Gegen Abend beruhigt sich das Wasser. Nur noch wenige Schiffe schieben sich durch die graubraune Flut. Es wird Nacht über dem Wasser, und der Strom trägt die Gerüche von Holzfeuern, Fisch, Schiffsdiesel und salzigsüßer See in der aufsteigenden Kühle davon.
In Hamburg spürt man die Elbe, selbst wenn man sie nicht sieht. Sie liegt in der Luft. Jeder Spaziergang führt unweigerlich ans Wasser. Erst wenn man über die Kanalbrücken und Fleete den Fluss erreicht, hat man das Gefühl, am Ziel zu sein. Und die Stadt öffnet sich.
Man muss viel Zeit mit einem solchen Strom verbringen, bevor man das Recht hat, von ihm zu reden. Man muss eine Weile mit ihm gelebt haben, an vielen verschiedenen Tagen und zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Denn die Elbe ist ein verwandlungsreiches Gewässer. Sie gleicht sich nie und bleibt sich dennoch immer treu.
Es ist eine merkwürdige Mischung zwischen Fernweh und Hamburger Heimatgefühlen, die hier zu sich nimmt, wer die nackten Zehen im Sand dreht und aufragenden Containerschiffen nachblickt. Die Stühle dem Wasser zugewandt, sitzt das Hamburger Publikum von der Strandperle in Övelgönne bis hin zu den Fischrestaurants am Blankeneser Strandweg und schaut dem Fluss beim Fließen zu.
Wie von Puppenhäusern überzogen erheben sich die Elbhänge der Hamburger Nobeladressen. Die Türmchen, Erker und Wintergärten der geweißten, verschnörkelten Villen lassen das Elbufer wie eine reich ornamentierte Stuckborte erscheinen.
Quelle: MERIAN Reiseführer Hamburg








